Glossar

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Begriff Definition
Harz

Man unterscheidet zwischen Naturharzen und Kunstharzen. Naturharze sind feste, amorphe, fettlösliche Pflanzenprodukte. Im industriellen Bereich sind Kunstharze Komponenten in Klebstoffen und Lacken sowie reaktive Zwischenstufen bei der Produktion duroplastischer Kunststoffe. Siehe auch: Härter.

Hartmetallwerkzeuge

Werkzeuge aus Hartmetall, typischerweise Bohr-, Fräs- und Drehwerkzeuge.

Hartmetall

Fachbegriff für Verbundwerkstoffe aus Hartstoffpartikeln und metallischer Matrix. Die Härte von Hartmetallen ist geringer als die Härte reiner Hartstoffe, jedoch größer als die Härte reiner Metalle, Legierungen und gehärteter Stähle. Ihre Bruchempfindlichkeit ist größer als jene reiner Metalle. Wichtige Hartmetalle sind Wolframcarbid-Kobalt (WC-Co), Titancarbid (Ti), Tantal-Niob-Carbid (Ta-Nb), Zirkoniumcarbid (ZrC) und Cermets. Hartmetalle kommen als Schneidstoff für Werkzeuge und als Matrizen in Formwerkzeugen zum Einsatz. Die Temperaturbeständigkeit von Hartmetallen reicht bis etwa 900 °C. Daher ermöglichen sie höhere Schnittgeschwindigkeiten als Schnellarbeitsstahl (HSS). Größere Härten als Hartmetalle haben Diamant, Bornitrid und Schneidkeramiken.

Härter

Gruppe von Chemikalien, die bei der Verarbeitung von Kunstharzen als Reaktionspartner zur Umsetzung von Makromolekülen zu einem Netzwerk eingesetzt werden. Epoxidharze gehören beispielsweise zu den härtbaren Kunstharzen (Reaktionsharzen). Sie werden mittels Härter oder auch weiteren Additiven zu einem duroplastischen Kunststoff gewandelt. Die Härter bilden mit dem Harz den makromolekularen Kunststoff. Auf diese Weise erzeugte Duroplaste verfügen über gute mechanische Eigenschaften und eine gute Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit. Sie kommen unter anderem als Klebstoffe, Einbrennlacke, Einbettstoffe oder als Formmassen für Bauteile und Baugruppen der Elektrotechnik und Elektronik zum Einsatz.

Halbzeug

Sammelbegriff für Vormaterialien, vorgefertigte Rohwerkstoffe, halbfertige Werkstücke, Rohlinge oder Halbfabrikate. Typische Beispiele für Halbzeuge sind Profile, Rohre, Stangen und Platten aus Metall, Kunststoff, Holz oder anderen Werkstoffen. Halbzeuge haben in einem vorbereitenden Fertigungsschritt bereits eine Form erhalten, durchlaufen aber auf dem Weg zum Endprodukt noch mehrere Stufen der Wertschöpfung. Viele Halbzeuge aus Metallen und Kunststoffen unterliegen in Material- und Oberflächenqualität, Gestalt, Dimensionierung und Fertigungstoleranz der Normung.

Haftzugfestigkeit

Die Haftzugfestigkeit (Haftfestigkeit, Abreißfestigkeit) ist eine Kenngröße für die Adhäsion oder Haftung von Bauteilen und Komponenten sowie Funktions- oder Dekorschichten auf Oberflächen. Ermittelt wird sie mit einem Abreißversuch zur Beurteilung der Haftfestigkeit nach DIN EN ISO 4624:2014-06. Der Messwert der Abrissfestigkeit kann nie höher liegen als die Eigenfestigkeit der einzelnen Komponenten (Prüfkörper, Beschichtung).

HACCP-Konformität

Fachbegriff aus der Lebensmittelhygiene. Das Kürzel HACCP steht für Hazard Analysis Critical Control Point (Risiko-Analyse Kritischer Kontroll-Punkte). Primäres Ziel des HACCP ist es, zu erkennen, an welchen Stellen der Lebensmittelverarbeitung welche Risiken bestehen und wie man sie vermeiden kann. HACCP-Konzepte sollen die Gefahren, die mit der Verarbeitung von Lebensmitteln einhergehen oder von Fertigprodukten ausgehen, betrachten und die Risiken abschätzen.

Grünfaser

Begriff aus der Herstellung von oxidischen Keramikfasern, von denen Aluminiumoxid (Al2O3) und Siliciumdioxid (SiO2) die größte Bedeutung haben. Als Grundstoffe der Herstellung dienen Spinnmassen, in denen organische Polymere (z.B. Polyvinylalkohole, Polyethylenoxide) die Verspinnbarkeit gewährleisten. In Wasser gelöste Salze oder gelöste anorganische Komponenten (Sole) werden nach dem Trocknen der versponnenen Faser zur sogenannten Grünfaser. In einem Sinterprozess wird daraus die fertige oxidische Keramikfaser hergestellt.

Grundierung

Sammelbegriff für funktionelle Primärbeschichtungen, die die Oberfläche eines Werkstoffs schützen und für das Auftragen weiterer Funktions- oder Dekorschichten präparieren. Grundierungen können verschiedene Aufgaben übernehmen, zum Beispiel die Haftverbesserung, den Korrosionsschutz, den Porenschluss oder die Imprägnierung.

Growian

Wortschöpfung für Großwindenergieanlage, die zurückgeht auf eine öffentlich geförderte, etwa 100 Meter hohe Windkraftanlage, die während der 1980er Jahren im Kaiser-Wilhelm-Koog bei Marne stand. Sie galt lange Zeit als weltweit größte Windkraftanlage und diente der Erbrobung von Gehäusekonstruktion, Werkstoffeinsatz und Praxisbetrieb. Der Growian wurde 1987 stillgelegt und ein Jahr später abgerissen.

Graphit/Grafit

In der Natur häufig vorkommendes Mineral mit dem Elementsymbol C. Graphit gehört zu den natürlichen Daseinsformen des chemischen Elements Kohlenstoff in Reinform und kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem. Es bildet grauschwarze Kristalle in sechseckiger, tafeliger, schuppiger oder stängeliger Form, die einen oberflächlich metallischen Glanz zeigen sowie körnige, matte Anteile. Seine Härte nach Mohs liegt zwischen 1 und 2, seine Dichte bei etwa 2,1 bis 2,3 g/cm³.

Glasfasergewebe

Gewebe aus kontinuierlichen Glasfasern in Kett- und Schussrichtung mit alkalibeständiger Beschichtung.

Glasfasergelege

Nichtgewebte textile Flächengebilde mit endlos, parallel nebeneinander liegenden Fasern, lagefixiert lediglich durch einen Nähfaden oder eine Thermofixierung. Glasfasergelege kommen in Luft- und Raumfahrt, Bootsbau und Motorsport und vielen anderen Bereichen als Konstruktionsmaterial zum Einsatz.

Glasfaser

Aus Glas gezogene dünne Langfaser. Glasfasern kommen heute unter anderem als Lichtwellenleiter zur Datenübertragung, als textiles Gewebe mit wärme- und schalldämmender Wirkung sowie für die Verstärkung und Elastifizierung von technischen Kunststoffen zum Einsatz. Sie gelten als wichtiger Konstruktionswerkstoff, sind witterungsfest, chemisch resistent und nicht brennbar.

Gießmasse

Werkstoffe, die nach dem Ausgießen – zum Beispiel in einer Form – aushärten und sich weiterverarbeiten lassen. Typische Gießmassen sind Blei, Zinn, Gips, Wachs, Giessseife, Keramiken, Zement und Kunstharze (Polyester-, Epoxy- und Polyurethansysteme).